Träume ersegeln - Mittelmeer/Ägaeis mit Skipper Manni

Ägypten März 2o1o

 

Es fing mit einer nebenbei gestellten Frage eines Freundes an: „ Ich will mir aufgrund eines erfolgreichen Jahres einen Kurzurlaub auf einem Segelschiff in Ägypten leisten. Zufällig kenne ich den Besitzer. Hast Du nicht Lust mitzukommen?“ Ohne weiter nachzudenken: „ja“!

Nachdem wir Manfred zu Hause besucht hatten und einen ca. Termin nannten, wuchs die Vorfreude auf diesen Trip von Woche zu Woche. Leider konnten wir erst im Februar alles dicht machen und die Flüge buchen. So starteten Josef und ich dann frohgemut an einem Donnerstag bei Minus 4 Grad Richtung Paderborn. In Hurghada erwarteten uns dann 42 Grad Celsius mehr!

Nach einigen Klärungen und Bakschisch gelangten wir eine Stunde nach der Landung in der Abu Tig Marina an und wurden von unserem Skipper herzlich begrüßt. Die Aufteilung der Kabinen war schnell geklärt und das Gepäck verstaut.

Noch am Abend lernten wir dann diverse Freunde und Bekannte vom Skipper kennen, immer schön relaxed und offen.

Am Samstag ging es dann gegen Mittag unter Motor zu unserem ersten Ausflug Richtung Korallenriff.  Mit Schnorchel und Flossen erkundete Josef die Unterwasserwelt, während ich auf der Treppe die Beine im Wasser baumeln ließ und die Ruhe und Sonne genoss. Auf der Heimfahrt durfte ich ans Ruder und uns bis zur ersten Boje der Hafeneinfahrt schippern.

Samstag bis Montag war der Wind so angenehm, dass wir unter Groß und Genua oder nur mit der Genua unsere Tagesausflüge zu Riffen und Inseln starten konnten. Für Josef und mich war es eine tolle Erfahrung, mit den diversen Tampen, Schoten, Dirk und Fall umzugehen und deren Bedienung auf einem Dickschiff zu lernen.

Josef durfte immer die Schot der Roll-Genua vorhohlen und hatte bald wunde Hände.

Auch die Sonne muss beim Schnorcheln in diesen Gefilden beachtet werden. Ohne ausreichenden Lichtschutzfaktor und sich eincremen (lassen) gibt es rote Hautpartien an der Hinterseite!

Neben vielen kleinen bunten Fischen begleiteten uns auch einmal fünf Delphine für eine Weile, die wir nur durch Zufall entdeckten. Ein schönes Erlebnis !

Von Dienstag bis Mittwoch war leider kein Segelwetter, der Wind frischte bis Stärke 7 auf. Auch wenn Josef und ich das Reiten auf den Wellen sehr genossen haben, laut unserem Skipper wäre das für Magen und Schiff nicht die richtige Brise zum Segeln. Das Rote Meer soll sehr unangenehme kurze und hohe Wellen erzeugen.

Insgesamt war es eine wunderschöne Woche. Viel Meer, viel Entspannung, tolle Gespräche, nette Menschen, Sonne für die Seele und ganz viele neue Eindrücke.

Auf unseren Törns begleitete uns Werner, dem wir viel Stärke und Kraft nach seinem schweren Jahr wünschen, Thomas wohnte  ab Montag mit uns auf dem Kat, auch ein erfahrener Segler und sehr angenehmer Zeitgenosse, der immer eine handvoll Wasser unterm Kiel haben sollte. Nicht zuletzt war Mali für manche Gaumenfreuden – mit Thailändischer Kost -  verantwortlich für unser Wohlbefinden.

Wir haben unser engeres Umfeld um die Marina genossen und es uns wohlergehen lassen. Es hat an nichts gefehlt und dafür und für die Erfahrungen müssen wir unserem Skipper Manni danken.  Er hat uns etliche wertvolle Tipps gegeben, aber auch manchmal leicht in die Wüste geführt, so dass wir eigene Erfahrungen in seinem angestammten Umfeld (im Winter) machen durften / mussten.

Nach den ersten vier Tagen, bei denen das Schiff um 18 Uhr von der Luftfeuchte klitschnass war, folgten 3 stürmische Tage mit deutlich niedrigeren Temperaturen aber auch weniger Luftfeuchte.

An unserem Abreisetag war dann (für uns) die Hölle los: „Sandsturm“. Sichtweiten um 50 m und weniger, ägyptische Motorradfahrer ohne Helm oder Visier (guten Appetit) und Palmen, die fast waagerecht lagen. Dafür durften wir auf unseren Flieger dann dreieinhalb Stunden zusätzlich warten und der Rückflug dauerte 5 Stunden, anstatt gut 4. Aber wir sind heile und gut wieder in Paderborn gelandet. Nervig waren nur die paar typisch „deutschen Touristen“, die einen schalen Geschmack bei den Mitreisenden und sicher bei unseren ägyptischen Gastgebern hinterlassen haben. Schade !

Insgesamt war es eine nachhaltige Erholungswoche, die nach einer Wiederholung ruft. Vielleicht nächstes Jahr im Mittelmeer ?

 

Jörg Düning

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